Home PM Unverhältnismäßigkeit lässt sich doch steigern
Unverhältnismäßigkeit lässt sich doch steigern PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 05. Dezember 2009 um 00:00 Uhr

Pressemitteilung 05.12.2009:

Die bis gestern besetzte Aula 2 wurde wegen der anberaumten Veranstaltung des CEMS (einem Netzwerk führender Wirtschaftshochschulen und multinationaler Unternehmen) geräumt, obwohl sich die Besetzenden mit dem Veranstalter in einem konstruktiven Dialog befanden. Das Plenum hatte mit dem Dekanat der WiSo-Fakultät einen fünfminütigen Redebeitrag bei der Graduiertenfeier sowie die Anwesenheit einiger BesetzerInnen vereinbart. Im Gegenzug waren die Streikenden bereit die Aula für die Dauer der Veranstaltung freizugeben. Diese Vereinbarung annullierend ließ Rektor Freimuth die Aula räumen und verdeutlichte erneut, dass er an einem konstruktiven Dialog nicht interessiert ist. Er äußerte sich hierzu wie folgt: „Ich sehe an der Sache (sic!) gar keinen Grund mich mit dem gesamten Plenum zu unterhalten. Ich bin an der Stelle auch nicht bereit auf irgendwelche Forderungen einzugehen.“

Um auf das inakzeptable Verhalten des Rektors Freimuth aufmerksam zu machen, versammelte sich am Samstag eine Gruppe von Streikenden im Hauptgebäude der Universität zu Köln. Mit einem Sitzstreik und Bannern, wie „Education is not for sale“ und „Supressing students -  no solution“ wollten die Protestierenden ihre Anliegen unterstreichen.  Zugeklebte Münder symbolisierten  den Mangel an Mitspracherechten der Studierenden an der Universität. Durch eine Sambaband wurde das politische Statement lautstark unterstrichen.

Bild: Bildungsstreik Köln

 

Dieser friedliche Sitzstreik wurde ohne jegliche Ankündigung mit dem Aufgebot einer Hundertschaft von Polizisten beantwortet. Als diese eintrafen, hatten die Streikenden die Sitzblockade bereits beendet.  Die Frage stellt sich immer wieder: Warum reagiert der Rektor so radikal auf friedliche Studenten? Wie Herr Prof. Detlef Fetchenhauer, Direktor des Instituts Wirtschafts- und Sozialpsychologie,  in seinem offenen Brief verdeutlicht, ist die Reaktion des Rektors in keinem der Fälle angemessen gewesen (http://wisopsy.uni-koeln.de/aktuelles.html). Statt Dialog bekommen die Streikenden immer wieder nur private Sicherheitskräfte oder absolut unangemessene Polizeieinsätze als Antwort. Der Eindruck bleibt, dass die Betreuung an der Uni durch die Polizei mittlerweile um ein vielfaches höher ist als die durch Dozierende. Auf ca. 40 Studierende wird mit über 90 Polizisten geantwortet.  Auf einen Professor  kommen teilweise über 500 Studenten.

Wir fordern dagegen eine ausfinanzierte Universität und  einen kritischen Dialog über Inhalt und Form der Lehre.  Diesem Dialog muss sich das Rektorat stellen und aufhören auf inhaltliche Forderungen mit Polizeirepression zu reagieren.

Außerdem fordern wir Mitspracherechte auf allen universitären Ebenen um autoritäre und undemokratische Vorgehensweisen aufzuheben.

Der Bildungsstreik spricht sich gegen die ökonomische Zurichtung der Bildung aus:  Durch die Engführung von Bildung als berufliche Qualifikation und die Steuerung dieser mittels marktwirtschaftlicher Instrumente wird das öffentliche Gut Bildung zu einem privaten Wirtschaftsgut transformiert.

 
blank info