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Bildungsstreikende besetzten weiteren Hörsaal in der Universtität zu Köln PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 03. Dezember 2009 um 00:00 Uhr

Pressemitteilung 03.12.2009

Nachdem am Donnerstag, den 3. Dezember 2009 um 17:30 Uhr erneut eine Vollversammlung in der Universität zu Köln stattgefunden hat, haben sich die Anwesenden mehrheitlich dafür ausgesprochen, neben der schon seit zehn Tagen besetzten Aula in der Humanwissenschaftlichen Fakultät, zusätzlich die Aula 2 im Hauptgebäude der Universität zu besetzen.

Schon einmal wurde unmittelbar nach der Bildungsstreik-Demonstration am 17. November ein Hörsaal besetzt, dabei handelte es sich um die Aula 1, dem größten Hörsaal der Universität. Dieser wurde allerdings auf Anweisung des Rektorats nach viertägiger Besetzung polizeilich geräumt.

Die Vollversammlung am 3. Dezember sollte ursprünglich in besagtem Hörsaal stattfinden, dem einzigen Raum, der über das Fassungsvermögen für die hohe Anzahl von Bildungsstreikenden und Interessenten der Bewegung in Köln verfügt. Zu unserem Bedauern ließ das Rektorat jedoch anordnen, die Türen des Hörsaals wegen vermeintlichen Bauarbeiten verschließen zu lassen, vor den Türen der Aula 2 positionierte die Universitätsleitung Sicherheitspersonal.

Die Vollversammlung fand daher erfolgreich mit 750 Beteiligten im Hörsaal B im Hörsaalgebäude statt. Dort wurde nach einer intensiven Debatte zum Bachelor/Master-System mit großer Mehrheit entschieden, die Aula 2 zu besetzen. Des Weiteren wurde im Plenum mehrheitlich entschieden, dass die Bildungsstreikenden in Köln sich gegen das zweistufige Studiensystem Bachelor/Master aussprechen und seine Abschaffung fordern. Auch Lehrende und (ehemalige) Mitglieder der Universitätsleitung diskutierten mit dem Plenum und bekundeten ihre Zustimmung zu den Zielen und Forderungen des Bildungsstreiks.

An der Einführung des BA/MA-Systems beteiligte Lehrkräfte äußerten Kritik an der Verfahrensweise der Durchführung und dem Resultat der vermeintlichen Reformen. Laut Ihnen sei die Universität unter Druck gesetzt worden, forcierten Änderungen zuzustimmen, mit der Drohung, den Haushalt der Universität zu kürzen, falls diesen nicht entsprochen werde.

Aus Respekt unseren Mitstudierenden gegenüber, die in der Aula 2 eine Orchesterprobe veranstalteten, warteten die BesetzerInnen bis 22 Uhr und versammelten sich anschließend in der Aula 2 . Im Gegensatz zu den Behauptungen lief die Besetzung ausschließlich friedlich ab.

 

In unserer jetzigen Situation haben wir uns auf eine eventuelle Räumung des Saals eingestellt, da aus Kreisen der Universitätsleitung angekündigt wurde „alles Nötige veranlassen“ zu wollen, um die Besetzenden – selbstverständlich mittels eines Polizeieinsatzes- erneut aus der Universität zu räumen.

Sollte uns eine Räumung bevorstehen, betonen wir, dass der passive Widerstand vom Plenum nicht ausgeschlossen wurde. Unser Anliegen ist es, unserem Protest zur Bildungsmisere Ausdruck zu verleihen und uns hier in der Aula 2 an einem zentraleren Ort noch besser vernetzen und organisieren zu können.

 

Bildung ist etwas, das uns alle angeht. Neben den Studierenden, Auszubildenden, Schülern und Eltern sind insbesondere die zukünftigen Generationen unmittelbar und alltäglich von den Zuständen im Bildungssystem betroffen. Es liegt an uns allen, dieser Zukunft eine positive Wendung zu geben. Wenn wir jetzt nichts tun, wann dann?

 

 
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