| "Agenda 2010" - alles, was jetzt ansteht |
|
|
|
| Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 22:32 Uhr |
|
„Der Bildungsstreik hat das erstaunliche Potenzial der heutigen angeblich so unpolitischen Studentengeneration gezeigt, sich zur Wehr zu setzen. Darin steckt auch ein gewaltiges Frustpotenzial für den Fall, dass man ihre berechtigten Forderungen erst scheinbar erfüllt, um sie dann doch links liegen zu lassen. Die Bildungspolitik wäre selbst schuld, wenn sie es darauf ankommen ließe.“ – ZEIT Online, 22.12.2009 Ihr Lieben, dass wir das Potential haben, etwas zu bewegen, wurde uns von mehreren Seiten zugesichert. Jedoch ist es Fakt, dass wir gerade dabei sind, trotz der mühsamen Arbeit der letzten Monate, trotz Tränen und Schweiß die in vielen Stunden aufgebauten Kontakte und Sympathien gegen die Wand zu fahren. Wir wollen es nicht soweit kommen lassen. Hausarbeiten, Klausuren, Arbeit und tatsächlich noch vorhandenes Privatleben halten uns nicht davon ab, uns unserer Aufgabe zu stellen. Wir wollen uns nicht mehr hinter AKs und anderen Zuständigkeiten verstecken – wir sind bereit, neue Wege einzuschlagen. Das bedeutet, dass wir uns die nächsten Wochen mit folgenden Dingen beschäftigen wollen:
Wir treffen uns daher ab sofort jeden Mittwoch um 18h in Hörsaal XIII. Wir möchten dem Ganzen kein Label aufdrücken, das sich dann wieder „Plenum“ oder „AK“ nennt – es ist schlicht und ergreifend Arbeit, die getan werden muss. Wir haben die Menschen temporär wach gerüttelt – und wir möchten nicht, dass sie wieder einschlafen! Bis bald! „Ich wollte unbedingt wissen, wer die Macht hatte, die Welt zu verändern, bis zu dem Tag, an dem mir klar wurde, dass vielleicht ich es war.“ –Frédéric Beigbeder, Autor des Romans ‚39,90’ |









Kommentare
ich seh das eigentlich ähnlich wie Du. Bisher war im Köln weiten Bündnis allerdings eher der Tenor, dass diese Funktionen für sowas nicht so genutzt werden sollen, weil die Seite mehr Information als Diskussion sein sollte. Auch diesmal habe ich auf eine Bitte reagiert. Vielleicht kannst Du das ja noch mal ansprechen. Wenn sich die Meinungen inzwischen geändert haben, dann bin ich der letzte, der ein Problem damit hat.
Schöne Grüße
Sebastian
"Ach ne: Der Kommunist hat offenbar Administratorre chte. Das wirft dann doch ein bezeichnendes Bild auf Eure ganze Truppe."
Der Vergleich zwischen SDS und "NPD-Jugend" (die übrigens "Junge Nationale" heißt) und das betiteln von Personen als angebliche "Kommunisten" ist ein Cocktail aus deutschem Stammtisch, Bildzeitung und McCarthy-Ära, der doch etwas am politischen und wirtschaftliche n Verständnis der angeblichen "schweigenden Mehrheit" zweifeln lässt. Ich hoffe sehr, dass Personen wie diese später keine allzu hohen Ämter im Justizwesen innehaben werden.
@schweigende Mehrheit:
raffst Du es nicht?
Der Bildungsstreik in Köln ist nicht eine Gruppe! Es gibt mehrere, weiche sich in einem Bündnis vernetzen, doch ihre Arbeit beschränkt sich nicht auf das Bündnis. Diese Seite hier ist vom Bündnis, also auch von mehreren Gruppen. Und die Verantwortung für die Seite liegt auf der (von der Uni gesehen) anderen Rheinseite...
Auch wenn ich nicht mit allen Vorgensweisen und einzelfallbezog enen Vorfällen des Bildungsstreiks einverstanden bin, unterstütze ich dennoch das Ziel das damit verfolgt wird. Aber wer den Blick fürs ganze verliert, wie manch Vorredner, schließt nur noch von sich auf andere. Eine ganzheitliche Betrachtung fernab von Platitüden und Vorurteilen wäre sicher hilfreich.
Ich hoffe, dass euer Einsatz für die Universität und sonstige Belange nicht an euerm Tellerrand aufhört. Sich für Dinge einzusetzen und die Diskussion nicht zu scheuen ist im Übrigen etwas, dass offenkundig nicht jedem innewohnt. Aber vielleicht kann sich daran ja mal ein Beispiel genommen werden. Man kann nicht immer eine einhellige Meinung erzielen, was auch überhaupt nicht wünschenswert wäre. Allerdings anhand von irgendwelchen fadenscheinigen "Informationen" zu behaupten beim Bildungsstreik letztes Jahr wären nur Schüler gewesen, zeugt offensichtlich von grober Unkenntnis.
Fanatstisch übrigens das Kommentar zu Guido Westerwelle. Bitte ladet euer Mitteilungsbedü rfnis in anderen Foren o.ä. ab die mein Informationsbef ürfnis nicht mit solchem Schwachsinn verstopfen.
Abschaffung von BA/MA
Die erhoffte Entbürokratisie rung, Mobilität und Garantie einer Berufsqualifizi erung ist mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengä nge nicht eingetreten. Anstatt bürokratischen Aufwand zu reduzieren, haben sich die Hochschulen in einen Strudel der Selbstbürokrati sierung begeben. Am Ende dieses Prozesses stehen teils tausend Seiten dicke Modulhandbücher , fehlerhafte Plattformen zur online-Vergabe von Lehrveranstaltu ngen (KLIPS) und Institutionen (SSC), die nur Fehlerkorrektur dieser Plattform betreiben sollen. Gestiegener Verwaltungsaufw and auf Seiten der Lehrenden, Studierenden und nichtwissenscha ftlichen Mitarbeiter_inn en wirkt sich fatal auf die Lehr- und Forschungssitua tion aus. Inhaltliche Auseinandersetz ung tritt zunehmend zurück hinter die Organisation des universitären Alltags. Mit der Einführung der Ba-/Ma-Studiengänge ist eine Curricularisier ung des Studiums einhergegangen, die kaum Raum für ein freies, interessen- und sinngeleitetes Studieren und Forschen lässt. Modularisierung schränkt die Wahlmöglichkeit von Lehrinhalten beträchtlich ein. Das hat eine Zerstückelung von Wissensinhalten zur Folge, die nicht mehr sinnvoll aufeinander bezogen werden können. Lehrinhalte folgen den Maßgaben von Kompetenzerwerb und Verwertbarkeits logik statt einer Sachlogik. Um das Studium zu re-akademisieren, muss wieder auf Fachsystematik und Reflexion über Inhalte und Methoden gesetzt werden. Auf der Basis der bestehenden Studiengänge Diplom, Magister und Staatsexamen müssen Studiengänge schrittweise neu geschaffen werden. Die für diese Aufwertung der Studienabschlüs se benötigten Institutionen, Organisationsfo rmen und Strukturen (Studien- und Prüfungsordnung en, Prüfungsämter) existieren noch und garantieren einen erfolgreichen Abschluss des Studiums in der Übergangszeit. Dies muss durch unbürokratische Anerkennungsver fahren geschehen und darf keinerlei Benachteiligung en mit sich führen. Das bedeutet auch, dass ein begonnenes Bachelor- oder Masterstudium beendet werden kann.
Daher bringt es auch nichts, sich für irgendwelche Modifikationen von Bologna einzusetzen. Das ist wie bei des Kaisers neuen Kleidern: Die Jacke ein wenig weiter zu machen, hätte da auch nicht geholfen. Nackt bleibt nackt."
Wo darf ich das unterschreiben? Das entspricht 100% unserer Forderung #3 nach Abschaffung von BA/MA. Die Frage ist nur noch, wie gegen die Umformung vorzugehen ist. Und dafür muss ein öffentlicher Streit geführt werden, der die Kraft des plausiblen Arguments anerkennt.
Auch wenn einigen der tatsächliche oder evtl. auch unterstellte Stil des sog. Bildungsstreiks missfällt, so wird doch deutlich: Es gibt eine Mehrheit GEGEN BA/MA. Diese muss sich nur konzentrieren und ihre Stimme erheben. Dafür bietet der "Bildungsstreik" eine Platform, in der Vielfalt möglich ist! Klar gibt es Vertreter, die mit SDS oder linken Parteien sympathisieren. Auch gibt es Anhänger der Antifa-Bewegung. Doch gibt es eben auch noch viele andere, die aus ganz unterschiedlich en Richtungen heraus denken. Den "Bildungsstreik" verstehe ich nicht als eine "Gruppierung", die einem bestimmten Ductus gehorcht und einen entsprechenden Habitus einfordert. Den meisten geht es um die Sache, d.h. um ein verantwortungsv oll gstaltetes Bildungswesen.
Was ich sagen will, ist dass es keine vorherrschende Doktrin oder ein Dogma gibt, dass der Bewegung zu Grunde liegt. Jeder kann sich einbringen. Ich persönlich kann mich z.B. nicht zur Sypathie zu irgendeiner Partei durchringen. Was Käuflichkeit und Klientelpolitik angeht, tun sich die Parteien nicht viel. Bei den Wahlen geht es eher darum, das kleinere Übel zu finden. Wo ich die Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche (inkl. Bidlungswesen) kritisiere, so heißt dies nicht, dass ich die Ökonomie generell oder DIE Wirtschaft kritisiere. Vielmehr bezweifle ich, dass Steuerungsinstr umente ("Totales Qualitätsmanage ment", "Audits", "Top-Down-Strukturen" usw.) der Unternehmensfüh rung (die übrigens auch unter BWLern nicht unumstritten sind) in öffentlichen Einrichtungen (Schulen und Universitäten sinnvoll sind. Wozu sie führen, erleben wir gerade.
Daher mache ich nochmals den Vorschlag, dass sich Juristen, Lehrämtler und alle anderen Betroffenen und mit den aktuellen Umgestaltungen Unzufriedenen und Interessierten sich an einem realen öffentlichen Ort treffen und aufeinander zugehen, sich austauschen und gemeinsam im Namen der Sache beginnen, dem aktuellen Unsinn ein Ende zu machen!
Dem Bildungsstreik geht es nicht um die Werthaftigkeit von Abschlüssen im Blick auf Karrierechancen oder Einstiegsgehält er. Wir wollen selbstbestimmt Lernen und versuchen zu ergründen warum das Bildungssystem ökonomischen Interessen unterworfen wird. Es sind keine Naturgesetze die das System so gestalten.
>Wo sieht sie Ansätze zur Lösung?
Der einzig denkbare Lösungsansatz wäre die Rückabwicklung dieser "Reform". Ein Bachelor-Abschluß ist schlicht nichts wert. Daran wird sich auch nichts ändern. Das ist ein Zeugnis für Studienabbreche r, damit sie nicht mehr so genannt werden müssen.
Daher bringt es auch nichts, sich für irgendwelche Modifikationen von Bologna einzusetzen. Das ist wie bei des Kaisers neuen Kleidern: Die Jacke ein wenig weiter zu machen, hätte da auch nicht geholfen. Nackt bleibt nackt.
> Diskussionsbere ich auf, Thema "Debatte HS XIII"
Ach ne: Der Kommunist hat offenbar Administratorre chte. Das wirft dann doch ein bezeichnendes Bild auf Eure ganze Truppe.
Alle Kommentare dieses Beitrages als RSS-Feed.