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Positionspapier der Aktiven aus dem Freiraum der Fachhochschule Köln PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 18. April 2010 um 16:33 Uhr

Das Positionspapier der Aktiven aus dem Freiraum der FH Köln ist nun veröffentlicht. Der AStA der FH Köln hat sich stets als Teil des Freiraums gesehen, an der Ausarbeitung mitgewirkt und unterstützt folglich das Positionspapier. Ferner werden vertiefende und interpretierende Kommentare erstellt, die in nächster Zeit veröffentlicht werden. Auch Kommentare von außen sind sehr erwünscht.

http://www.asta.fh-koeln.de/index.php/positionspapier

Positionspapier der Aktiven aus dem Freiraum der Fachhochschule Köln

 

Im November 2009 haben SchülerInnen, Auszubildende, Eltern und Studierende, im Rahmen bundesweiter Proteste, den Hörsaal 301 der Fachhochschule Köln besetzt, um auf die Missstände im Bildungssystem aufmerksam zu machen und über die Verbesserung der allgemeinen Bildungsbedingungen zu diskutieren.

Die neoliberalen Reformen der letzten Jahre im Erziehungs-, Bildungs- und Ausbildungssystem folgten ökonomischen Kriterien und damit einer Politik, die privatwirtschaftliche Interessen in den Vordergrund stellt. Bildungsstandards im Kindesalter, Einschulung ab vier Jahren, Verkürzung der Schulzeiten, Modularisierung und Rankings von Bildungsinstitutionen und Lehrenden dokumentieren exemplarisch die Einbindung von Bildung in die Wettbewerbslogik gegenwärtiger Politik.

Veränderungen im Bildungssystem sind jedoch aus unserer Perspektive keinesfalls mit Vorgängen in Wirtschaftsbetrieben gleichzusetzen. Die pädagogische Zielsetzung der Befähigung des Einzelnen, seine bürgerliche Freiheit, Mündigkeit und Urteilskraft zu verwirklichen, steht dem diametral entgegen. Effiziente Bildung im Sinne der Humankapitaltheorie lässt sich mit unserem Bildungsverständnis nicht vereinbaren.

Das Bildungssystem muss durch die Bereitstellung entsprechender Ressourcen (finanzielle Mittel, Anzahl der Einrichtungen und Personal) und durch seine Struktur auf die Lernenden abgestimmt werden, nicht umgekehrt. Soziale Herkunft und materielle Bedingungen dürfen nicht länger ausschlaggebend für die Bildungsbiografie des Einzelnen sein.

Einer zunehmenden Anpassung des Bildungssystems zur Erfüllung der mit der Ökonomisierung einhergehenden Erwartungen, ist deshalb, durch die Unterstützung folgender Forderungen, entschieden entgegenzutreten.

• Wir fordern einen Rechtsanspruch auf ganztägige und inklusive Kinderbetreuung!

• Wir fordern die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems durch gemeinsames Lernen bis zur 10. Klasse (Eine Schule für alle)!

• Wir fordern Lernen ohne starren Zeitrahmen und die Reduktion von Leistungs- und Konkurrenzdruck durch die Abschaffung des „Turboabis" und der Kopfnoten in den Schulen!

• Wir fordern die Erhöhung der betrieblichen Ausbildungsplätze und eine entsprechende Umlagefinanzierung zur Durchsetzung des Rechts auf freie Berufswahl!

• Wir fordern die Hochschulzugangsberechtigung ohne Abitur, indem diese mit dem Abschluss einer Berufsausbildung ermöglicht wird!

• Wir fordern die Orientierung an innerfachlichen Ansprüchen vor ökonomischer Rationalität und damit die Revision und grundlegende Neugestaltung der Bachelor- und Masterstudiengänge!

• Wir fordern die Durchlässigkeit des Studiensystems durch ein den Bedarf deckendes Angebot an Studienplätzen bis zur Promotion!

• Wir fordern mehr Demokratie und Mitsprache in den Bildungseinrichtungen durch die Einführung der Drittelparität in der Schule, durch die Abschaffung des Hochschulrats und durch eine paritätische Besetzung aller zentralen Organe der Hochschule!

• Wir fordern elternunabhängiges BAföG für alle!

• Wir fordern die Abschaffung jeglicher Bildungsgebühren von der Kinderbetreuung bis zur Promotion bei gleichzeitigem Ausgleich durch öffentliche Gelder!

 

- die Aktiven aus dem Freiraum der Fachhochschule Köln im April 2010 -

 
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